2014 Before
2017 After

Gmunden

Die Endstation der kürzesten Straßenbahnstrecke der Welt

Der historische Bahnhof Gmunden ist auf seine Weise etwas Besonderes: erst zuletzt komplett neu renoviert, mit dennoch historischer Geschichte – und einem kleinen quasi angeschlossenen Weltrekord. 2015 wurden hier eine komplette Neugestaltung veranlasst, um die Einrichtung zu einem modernen, barrierefreien Bahnhof inklusive Park & Ride Anlage umgebaut.

Der Gmundner Bahnhof ist aber auch der Grund für einen kleinen Weltrekord: die Gmundner Straßenbahn, die von hier direkt ins Stadtzentrum führt, ist mit nur 2,5 km Länge die kürzeste Straßenbahnstrecke der Welt. Und noch dazu bereits seit 123 Jahren in Betrieb. Mit einer Steigung von zehn Prozent ist sie zudem seit 1894 eine der steilsten Straßenbahnen der Welt und befördert jährlich ca. 300.000 Personen. Inzwischen ist sie zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden.

Ursprünglich wurde der Bahnhof relativ weit weg vom Ortskern gebaut. Er sollte nämlich ursprünglich nicht zu nahe am Stadtzentrum sein da, die Gmundner eine allzu große Lärmbelastung befürchteten. Als er schließlich in Betrieb war, dürften sich diese Ängstex zerstreut haben, denn nun beschwerten sich sowohl Stadtbevölkerung als auch Touristen über den zu langen Weg zum Bahnhof. Darum wurde der Bahnhof schließlich 1877 am heutigen Standort eröffnet. Nachdem Vielen der Bahnhof immer noch zu weit weg war, wurde schließlich die „kürzeste Straßenbahn der Welt“ als Zubringer installiert.

Die Eisenbahnstrecke, die Gmunden mit Linz und Böhmen verband, war die zweitälteste Eisenbahnstrecke Kontinentaleuropas. Sie wurde 1836 als „Pferdeisenbahn Gmunden-Linz- Budweis“ fertiggestellt. Die Trasse wurde von Franz Zola, dem Vater des berühmten Schriftstellers Èmile Zola geplant. Auf dieser Strecke wurde wertvolles Salz transportiert, das aus Bad Ischl nach Gmunden gebracht und von dort mit der Bahn nach Linz transportiert wurde. Dann wurde es entweder auf Donauschiffe verladen oder mit dem Zug weiter nach Böhmen transportiert.

Heute ist das wichtigste Transportgut am Gmunder Bahnhof nicht mehr Salz sondern Zement. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Zementwerk Gmunden, das über einen eigenen Gleisanschluss zum Bahnhof verfügt und auf den Nebengleisen des Bahnhofes regelmäßig Wagons mit Steinen und Zement parkt – ein inzwischen vertrauter Anblick für Reisende am Bahnhof Gmunden.

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Facts & Figures

  • Baujahr: 1877
  • Umbaujahr: 2016

Das historische Bild wurde im Februar 2014 aufgenommen, das aktuelle im Mai 2017. Der Bahnhof erhielt beim Umbau einen überdachten Mittelbahnsteig und eine direkte Anbindung der Straßenbahn.

 

Foto alt: Paul Nikolic
Foto neu: Paul Nikolic

Ziel ist es, noch mehr Menschen für die Bahn zu begeistern. Mit unseren Investitionen schaffen wir die Voraussetzungen für eine attraktive Mobilität der Zukunft.
ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä

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