Bereits seit 1837 rollen Züge durch Österreich. Einige Highlights aus der bewegenden Geschichte der Bahn in Österreich zeigen wir euch hier:

Als alles begann…

Seit 1830 rollten die ersten Dampfmaschinen auf eisernen Schienen durch die Lande – eine Epoche machende Revolution war im Gange. 1837 war das Geburtsjahr der Eisenbahn in Österreich, am 23. November fand die erste Probefahrt einer Dampfeisenbahn in Österreich statt, und zwar auf der Kaiser Ferdinands Nordbahn – sie fuhr von Floridsdorf bis Wagram in 20 Minuten.

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Auch der Kaiser fährt mit der Bahn!

Bereits 1834 wurde der erste k.u.k. Hofsalonwagen für die Habsburger gefertigt. Und 1873 ließ sich Kaiserin Sisi zwei Salonwägen bauen, denn sie war ein echter Fan von Zugfahrten. In ihr Tagebuch schrieb sie „Die Ziele sind nur deshalb so begehrenswert, weil die Reise dazwischen liegt“. Ab 1891 wurden die bislang als Einzelwagen fahrenden kaiserlichen Gemächer auf Schienen zu einem ganzheitlichen Hofzug ausgebaut. Der Zug wurde, ganz nach dem Geschmack des Kaisers, im Makart-Stil in historischem Glanz und imperialer Üppigkeit gehalten. Zwischen den einzelnen Wagen wurden vollständig geschlossene Übergänge geschaffen, die ein Überqueren der Wagen während des Fahrens möglich machten.

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Der 1. Nordbahnhof

Am 6. Jänner 1838 eröffnete der erste k.k. Nordbahnhof in der Vorstadt Leopoldstadt – damals noch ausserhalb von Wien, da das Areal erst 1850 eingemeindet wurde.

1859 musste der Bahnhof abgerissen und neu gebaut werden, um dem stark zunehmenden Passagieraufkommen nachzukommen.

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Die Bahn fährt nicht nur auf der Erde, sondern glatt hindurch!

Als eines der ersten Tunnelbauwerke der Welt wurde der legendäre „Busserltunnel“ 1841 zwischen Gumpoldskirchen und Pfaffstätten gebaut. Er hat eine Länge von 165 m, eine Höhe von 7,6 m (24 Fuß) und ist zweigleisig. Viele Legenden ranken sich um seinen Bau. So soll ihn Kaiser Ferdinand I. nur als Attraktion auf der Strecke bauen haben lassen. Schon in einem Reiseführer aus 1857 wurde er mit dem Namen „Busserltunnel“ erwähnt, da wegen der kurzen Dunkelheit bei der Fahrt – etwa 10 Sekunden bei damals rund 60 km/h – gerade Zeit für ein Busserl im Dunkeln blieb.

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Die erste Gebirgsbahn der Welt

Bereits am 23.10.1853 fand auf dem ersten Abschnitt der Semmeringbahn die Jungfernfahrt statt. Anfangs heftig umstritten und als Konjunkturbelebungsprojekt gestartet, ist es heute kaum vorstellbar, wie wir ohne diesen Abschnitt in den Süden kommen würden.

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Ab ins Grüne!

Schon bald dient die Bahn nicht nur mehr um von A nach B zu kommen sondern wird auch für den Sonntagsausflug oder den Weg in die Sommerfrische genutzt.

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Die Rolle der Bahn im Krieg

Schon bald wurde die Bahn auch für militärische Zwecke eingesetzt und ab 1873 eine eigene Eisenbahngruppe eingesetzt.

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Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938 – 1945

Von 1938 bis 1945 waren die Österreichischen Bundesbahnen (BBÖ) ein Teil der Deutschen Reichsbahn und eine der wichtigsten Stützen des nationalsozialistischen Staates. Für das NS-Regime hatte die Bahn vor allem eine machtpolitische und strategische Bedeutung – für die gesamte Kriegswirtschaft im Aggressionskrieg und für die NS-Vernichtungsmaschinerie. Die Bahn zog Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter für die Bahnarbeiten heran. Die Bahn deportierte Millionen Menschen in Konzentrations- und schließlich in die NS-Vernichtungslager. Das ist das dunkelste Kapitel in der Geschichte der Bahn.

Mehr dazu unter: https://konzern.oebb.at/de/vielfaeltige-oebb/verdraengte-jahre

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Endlich ein Wiedersehen!

Nach den Weltkriegen spielten sich auf den Bahnhöfen herzzerreissende Szenen ab als Familien wieder vereint waren und die Kriegsgefangenen endlich wieder daheim waren.

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Neuer Geschwindigkeitsrekord!

Am 5. September 1974 erreichte die neue Lok 1044.01 mit 176 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf der Südbahn zwischen Wr. Neustadt und Neunkirchen.

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Baba Dampflok – eine Ära geht zu Ende.

Am 19.3.1975 tritt die 52.387 ihre letzte Fahrt an. Somit ist die Zugförderungsleitung Wien-Ost gänzlich auf die umweltfreundlicheren Dieselloks umgestellt.

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Heimkehr des Markuslöwen

Nach einem längeren Zwischenstopp im Schweizergarten kehrt der Markuslöwe im April 1982 wieder an seinen ursprünglichen Wohnort, den Südbahnhof, zurück.

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Mit Karte bitte!

Der Siegeszug der bargeldlosen Zahlung startete in Österreich am 12.12.1985 mit der ersten Bankomatkassa am Südbahnhof.

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Das erste "Schlupfloch" im eisernen Vorhang

August 1989 - Rund 3 Monate vor dem endgültigen Fall des Eisernen Vorhanges wurden an der österreichisch-ungarischen Grenze die Barrieren schon durchbrochen. Rund 600 DDR-Bürger nutzten ein „Picknick“ der Paneuropa-Union zur Flucht und liefen einfach über die kurzzeitig geöffnete Grenze. Die ungarischen Grenzposten schauten weg und ließen sie ziehen. Sie wurden von der Bonner Botschaft in Wien mit Reisepapieren versorgt und umgehend mit der Eisenbahn in die Bundesrepublik gebracht.

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Die Fußball EM 2008

Als die Fußball Europameisterschaft 2008 in Österreich stattfand, waren wir einer der Schlüsselspieler der Mobilität rund um die EM. Insgesamt fuhren wir 1.500 zusätzliche Züge, um das Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Und natürlich haben wir auch unserem Team fest die Daumen gedrückt.

Ausstellung Verdrängte Jahre

In der Themenausstellung Verdrängte Jahre, Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938 – 1945 wurden die Erkenntnisse der ÖBB Unternehmensgeschichte der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Neun Mal wurde die ÖBB Themenausstellung gezeigt – darunter im GazMuseum, im Landesmuseum Kärnten, im Stadtmuseum Wiener Neustadt, im Europäischen Parlament oder an der Tel Aviv Universität. Seit Oktober ist diese als Dauerausstellung im ÖBB Bildungszentrum St. Pölten / Wörth zu sehen.

ESC Songcontest 2015

Beim ESC 2015 in Österreich waren wir einer der Hauptsponsoren und machten das große Spektakel in ganz Österreich sichtbar - und zwar unter anderem mit zwei eigens dafür gebrandeten ESC-Loks.

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Eröffnung Wien Hauptbahnhof

Am 10. Oktober 2014 eröffneten wir unser bisher spektakulärstes Bahnhofsbauprojekt: den Wien Hauptbahnhof. Insgesamt haben wir rund 4.5 Jahre in die Planung gesteckt und konnten die regulären Bauzeiten von rund 6 Jahren punktgenau einhalten. Ein großer Schwerpunkt war für uns die Energie-Effizienz: dafür und für die nachhaltige Baustellenabwicklung erhielten wir 2014 den Umweltpreis der Stadt Wien. Täglich frequentieren 145.000 Passagiere den Wiener Hauptbahnhof. Pro Tag halten 1100 Züge. Er ist somit der meistfrequentierte Fernbahnhof Österreichs.

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